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„ Grand Canyon“ während einer RTF
oder
„Rundfahrt durch Luxemburg”
Der kleine Radsportverein Wincheringen hoch über der Mosel lud einen Tag nach dem Trierer SuperCup zu seiner RTF namens „Rundfahrt durch Luxemburg“ ein und
begeisterte mit landschaftlichen Besonderheiten, herrlicher Wegführung sowie bestem Wetter
Wir, das sind Doris, Günther und ich, wollten diese RTF zur Erholung vom SuperCup und als Abrundung eines schönen Radwochenendes radeln.
Direkt im Anschluß an den SuperCup baute ich mein Zelt in Trier ab, folgte autofahrend der Mosel und wollte im für mich unbekannten Ort Wincheringen mein Zelt wieder
aufbauen. So einfach, wie ich es mir dachte, wurde es gar nicht. Wincheringen musste ich in der Landkarte richtig suchen und zu meiner Überraschung lag es nicht an der Mosel, sondern hoch darüber. Ein Lokal zum
Essen fand ich nicht und auch keinen geeigneten Platz für mein Zelt am Start der RTF. So beschloss ich reichlich müde, diese Nacht im Auto zu verbringen. Trotz eines merkwürdigen Besuchers mitten in der Nacht bekam
ich ein paar Stunden Schlaf, bis Doris und Günther am nächsten Morgen an meine Autoscheibe klopften und erklärten, es wäre Zeit, zu starten. Wir hatten hier viele „SuperCup-ler“ erwartet, doch es waren nur Wenige zu
erblicken. Schade, denn allen, die hier nicht teilnahmen, ist eine schöne erlebnisreiche RTF noch dazu bei traumhaften Wetter entgangen.
Die Strecke wechselt nach der anfänglichen langen Abfahrt und einer kurzen Passage an der Mosel sofort nach Luxemburg und präsentiert sich dem Radfahrer sehr durchdacht.
Kleine wenig befahrene Straßen sind ausgesucht und die Berge ziehen sich in der Regel moderat, wenn auch durchaus über längere Abschnitte aufwärts. Landschaftliche Höhepunkte folgen auf dem Fuße. Erwähnenswert ist
das Durchfahren des Müllerthals zwischen Kletterfelsen und großen Bäumen genauso wie weite Rundumblicke auf den erreichten Höhen. Viele Radwege sind in die RTF eingebaut und bieten somit immer wieder eine angenehme
Distanz zum Autoverkehr.
Herausragend vollzieht sich der Streckenabschnitt im Anstieg hinter Echternach nach der dritten Kontrolle. Völlig isoliert vom übrigen Straßenverkehr verläuft die Route
auf der ehemaligen Eisenbahnstrecke Echternach - Junglinster - Luxembourg. Die Trasse der vor 50 Jahren eingestellten Schmalspurbahn mit ihrem Spitznamen „Jangly“, ist heute als Radweg umgebaut und ein einmaliges
Erlebnis. Der „Grand Canyon“, der wie eine Miniaturausgabe seines großen Bruders in den USA wirkt, wird durchquert. Wenige Meter weiter folgt die Passage eines bestens instandgehaltenen und beleuchteten langen
Eisenbahntunnels bis wir auf der Höhe des Berges die Ortschaft Brouch erreichten. Oben angekommen läßt sich das Staunen über imposante Baustile fortsetzen. Diese für uns ungewohnten Hauskonstruktionen sind unterwegs
immer wieder zu entdecken. Die folgende Kontrolle in Wecker wird mehrfach angefahren und von dort auch auf die 151-Km-Schleife abgebogen, die mit kurzen Steilpassagen zu bewältigen ist, welche uns bei der Hitze
zusätzlich zum Schwitzen brachten. Hätten wir am Ende dieser Schleife unserer Ahnung getraut und wären nicht auf die verdrehten Schilder hereingefallen, hätten wir uns zusätzliche neun Kilometer sowie weitere
Steilabschnitte erspart. Naja, c’est la vie!
Nachdem Überqueren der Mosel und dem gleichzeitigen Wechsel nach Deutschland liegt das Ziel in Wincheringen nur noch ca. 300 Höhenmeter entfernt. Dieser Anstieg bietet
den krönenden Abschluß, der für uns noch einen Platzregen und einen Plattfuß bereithielt. Es kam uns so vor, als ob dieser Berg überhaupt nicht enden wollte, zumal er unmittelbar vorm Sportplatz noch einmal alles
zeigte.
Zur Abrundung dieser herrlichen Landschaft empfehlen sich die nahegelegenen Permanenten. Insgesamt ist diese RTF für das landschaftliche Feinschmeckerauge überaus
empfehlenswert und hat uns sehr gut gefallen!
Bärbel Knobbe, Plön, DJK - BUCHHOLZ
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